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Hanfstoffe und ihre Eigenschaften – Warum ist Kleidung aus Hanf so nachhaltig?

Hanfstoffe und Hanffasern haben vielseitige Eigenschaften

Hanf ist ein vielseitig einsetzbarer Naturstoff mit ungewöhnlichen Eigenschaften. Gewebe aus Hanf und Hanfmischungen sind robust und langlebig, gleichzeitig aber weich und atmungsaktiv. Als Rohstoff dienen meistens Bastfasern, die aus den Stängeln der Hanfpflanze (Cannabis sativa) gewonnen werden. Aus Hanffasern wird in der Textilindustrie nachhaltige Hanfkleidung hergestellt.

Darüber hinaus kommen alle Pflanzenteile des echten Hanfs (auch indischer Hanf genannt) in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Neben traditionellen Einsatzbereichen wie Bekleidung, Seil- und Papierherstellung werden Baumaterialien wie Dämmstoffe und Naturfaser-Verbundwerkstoffe aus Hanf angefertigt. Auch Hanföl und Hanfblüten sind sehr gefragt. Anbieter wie Justbob, die verschiedene CBD-Produkte anbieten, betonen insbesondere die positiven Eigenschaften von CBD-Öl und CBD-Blüten.

CBD (Cannabidiol) ist neben dem psychoaktiven THC (Tetrahydrocannabinol) das bekannteste Cannabinoid. Da ihm eine beruhigende, krampflösende und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird, wird CBD-Öl in vielen modernen Produkten als Inhaltsstoff oder Wirkstoff beigemischt. Hierzu zählen beispielsweise Raum- und Duftsprays, Wellness- und Massageöle sowie Kosmetik- und Hautpflegeprodukte wie CBD-Cremes. Aber Hanf kann noch viel mehr.

Ist Hanfkleidung umweltfreundlich?

Wenn also ein biologisches Material weltweit in so vielen unterschiedlichen Formen benötigt wird und die Nachfrage immer weiter steigt, kann es dann überhaupt nachhaltig produziert werden? Die Antwort ist ja. Das Ausgangsmaterial gehört nicht umsonst zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt. Es bietet viele Vorteile gegenüber Baumwolle und Leinen:

Stoffe und Kleidung aus Hanf werden oft als nachhaltige Option betrachtet, weil schon der Anbau der Hanfpflanze einen relativ geringen ökologischen Fußabdruck hat, insbesondere im Vergleich zu Baumwolle. Denn Hanf ist eine robuste Pflanze, die wenig Wasser benötigt und sich gut gegenüber Umwelteinflüssen, Insekten und Schädlingen wehren kann. Daher werden keine bis kaum Pestizide und Düngemittel auf Hanfplantagen eingesetzt.

Ein weiterer Vorteil beim Hanfanbau liegt in der Verbesserung der Bodenqualität. Denn die Hanfpflanze wächst schnell und hat sehr tiefe Wurzeln, die den Boden lockern und damit auch die Fruchtbarkeit des Bodens verbessern. Ist die Hanfpflanze also der Alleskönner unter den Rohstoffen?

Slow Fashion setzt auf Hanf als Naturmaterial

Kleidung wie Hosen und Hemden aus Hanf sind sehr langlebig und strapazierfähig. Oft hält Hanfkleidung wesentlich länger als Kleidung aus anderen Materialien. Daher wird sehr wenig Neubekleidung oder Ersatz benötigt. Aufgrund der Robustheit und Strapazierfähigkeit ist Hanfstoff zum nachhaltigen Nähen sehr gut geeignet und wird von Slow Fashion Marken und in der Bio-Mode gerne verwendet.

Damit trägt Hanf wesentlich zur Entschleunigung der Modeindustrie bei. Durch den langsameren Konsum von Kleidung und Accessoires werden Umweltressourcen geschont, sodass Mensch und Natur bessere Bedingungen vorfinden, als beim billigen Gegenkonzept Fast Fashion, welches weltweit giftige Chemikalien und Berge an Textilmüll verursacht.

Bio-Mode aus Hanfstoffen ist nicht nur nachhaltig, sondern auch angenehm zu tragen. Die vielen positiven Eigenschaften der Hanffasern machen Bekleidung aus Hanf zu einem modernen Trend. Und wenn man alle Kosten einkalkuliert, ist Kleidung aus Hanf günstig.
Bio-Mode aus Hanfstoffen ist nicht nur nachhaltig, sondern auch angenehm zu tragen. Die vielen positiven Eigenschaften der Hanffasern machen Bekleidung aus Hanf zu einem modernen Trend. Und wenn man alle Kosten einkalkuliert, sind Textilien aus Hanf sogar günstig.

Hinzu kommt: Selbst wenn mal Kleidung aus Hanf entsorgt werden muss, ist das recht unproblematisch. Denn Hanffasern sind biologisch abbaubar, sodass 100%-Hanf-Kleidung am Ende ihrer Nutzungsdauer unbedenklich in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden kann. Dies ist bei vielen synthetischen Materialien leider nicht der Fall, da diese häufig nicht abbaubar sind.

Der Nachteil von synthetischen Stoffen: Mikroplastik

Unlösliche, kleinste synthetische Polymere (Kunststoffe) belasten die Umwelt. Mikroplastik landet oft in Flüssen und Ozeanen, gelangt dadurch in die Nahrungskette und gefährde Tiere und Menschen.

Stoffe aus Hanf sind zudem geruchsneutral und schmutzabweisend. Und von allen Naturfasern hat Hanfstoff den effektivsten natürlichen UV-Schutz. Wer also Hemden und T-Shirts aus Hanf trägt, schützt bis zu einem gewissen Grad auch die Haut.

Wir halten also fest:

  • Hanfanbau kommt mit geringem Wasserverbrauch aus und ist daher auch in Regionen mit Wasserknappheit möglich.
  • Hanfkleidung ist langlebig und ein modernes, nachhaltiges Gegenmodell zur kurzlebigen und schnellen Mode.
  • Alle Bestandteile der Hanfpflanze können verarbeitet werden, es wird nichts verschwendet.
  • Bio-Kleidung aus Hanf ist nicht nur nachhaltig, sondern fühlt sich auch sehr gut an, da Hanfstoff weich und atmungsaktiv ist.

Tipps zum Nähen mit Hanfstoffen

Selbstgenähter Vorhang aus Hanf. Auch Bettwäsche und Bezüge für Kopfkissen und Matratzen werden gerne aus Hanfstoffen genäht.
Selbstgenähter Gardinen-Vorhang aus Hanf. Auch Bettwäsche und Bezüge für Kopfkissen und Matratzen werden gerne aus Hanfstoffen genäht.

Bevor Sie mit 100% natürlichen Hanfstoffen nähen, sollten Sie den Stoff unbedingt einmal vorwaschen. Denn Bio-Hanfstoffe sind meistens nicht vorbehandelt und laufen nach dem ersten Waschen ein wenig ein. Durch die Vorwäsche vermeiden Sie, dass das Nähergebnis zu eng ausfällt.

Waschtipp: Nutzen Sie zum Waschen von Hanfstoffen kein konventionelles Vollwaschmittel oder Waschpulver. Diese sind häufig zu aggressiv und ihre Inhaltsstoffe lagern sich zwischen den Hanffasern der Kleidung ein. Diese Chemiereste machen den Stoff trocken und brüchig, sodass die schönen Eigenschaften des Hanfstoffs (weich und atmungsaktiv) verloren gehen. Darüber hinaus können die Chemikalien auch zu Hautunverträglichkeiten und Allergien führen.

Waschen Sie Hanf am besten mit flüssigem und hochwertigem Naturwaschmittel oder umweltfreundlichem Bio-Waschmittel. Damit schonen Sie nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihre Haut. Darüber hinaus bewahren Sie die Langlebigkeit Ihrer Hanfkleidung.

Gut zu wissen: Hanffasern besitzen natürliche antibakterielle Eigenschaften, die dazu beitragen können, geruchsbildende Bakterien zu reduzieren. So müssen Hanf-Bettwäsche, T-Shirts und Hemden aus Hanf deutlich weniger oft gewaschen werden. Auch das senkt den Wasserverbrauch und trägt zu einem bewussteren und nachhaltigen Lebensstil bei.

Daher kommt Hanf immer häufiger im Schlafzimmer zum Einsatz, etwa als Hanf-Teppich, Hanf-Bettwäsche, Hanf-Matratze oder Kopfkissen aus Hanf. Die geruchs- und schweißabweisenden Eigenschaften der Hanffasern machen Hanf-Füllungen zu einem der besten Füllmaterialien für Kissen und Matratzen.


Bilder:

  • Hanfstoff Meterware zum Nähen: https://unsplash.com/de/@ethanbodnar
  • Hochwertige Bio-Hanfstoffe gebügelt und gefalten: https://unsplash.com/de/@joyceromero
  • Hanf-Gardinen-Vorhang blickdicht und lichtdurchlässig: https://unsplash.com/de/@srz

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